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Zinkspat – Das vielseitige Mineral der Zinkgewinnung

Zinkspat. Fundort: Mexiko.
Zinkspat. Fundort: Mexiko.

 

 

Zinkspat, auch bekannt unter seinem mineralogischen Namen Smithsonit, ist ein wunderschönes und technisch bedeutendes Mineral. Mit seiner typischen apfelgrünen bis bläulich-grauen Farbe und einem oft perlmuttartigen Glanz ist Zinkspat nicht nur ein wichtiges Zinkerz, sondern auch ein begehrtes Sammlermineral und Schmuckstein. Der Name ehrt den britischen Chemiker James Smithson, den Gründer der Smithsonian Institution in Washington, D.C.

 

 

 

Entstehung

 

Zinkspat bildet sich als sekundäres Mineral in den oberen Zonen von Zinkerzlagerstätten.

 

  • Es entsteht durch Verwitterung und Oxidation von primären Zinkerzen, insbesondere von Sphalerit (Zinkblende, ZnS).

  • Dabei reagiert das Zinksulfid mit kohlensäurehaltigem Wasser zu Zinkcarbonat (ZnCO₃).

  • Diese sekundäre Bildung führt oft zu farbenprächtigen Überzügen oder traubigen Aggregaten, die in Hohlräumen von Kalkstein oder Dolomit wachsen.

 

Eigenschaften

 

  • Chemische Formel: ZnCO₃

  • Mineralklasse: Carbonate

  • Kristallsystem: Trigonal

  • Farbe: Farblos, weiß, grau, grün, blau, rosa, gelb, braun – abhängig von Spurenelementen wie Kupfer, Eisen oder Kobalt

  • Glanz: Glas- bis perlmuttartig

  • Härte: 4–4,5 auf der Mohs-Skala

  • Dichte: 4,3–4,5 g/cm³

  • Spaltbarkeit: Sehr gut

  • Transparenz: Durchscheinend bis opak

  • Besonderheit: Oft traubig oder stalaktitisch ausgebildet („Botryoidalstruktur“)

 

Fundorte

 

Zinkspat kommt weltweit in vielen klassischen Bergbaugebieten vor, insbesondere dort, wo Zink- und Bleierze oxidiert wurden. Bedeutende Fundorte sind:

 

  • Namibia: Tsumeb – bekannt für farbenprächtige, kristalline Exemplare

  • Mexiko: Chihuahua, Santa Eulalia

  • USA: New Mexico, Utah, Colorado

  • Griechenland: Laurion

  • Italien: Sardinien

  • Deutschland: Siegerland, Harz, Freiberg (Sachsen), Wiesloch

  • Australien: Broken Hill
    In manchen Lagerstätten tritt Zinkspat gemeinsam mit Malachit, Azurit, Cerussit und Hemimorphit auf.

 

Verwendung

 

  • Erz: Zinkspat ist ein bedeutendes Zinkerz und wurde vor allem im 19. Jahrhundert zur Zinkgewinnung verwendet.

  • Schmuckstein: Polierte Stücke werden wegen ihrer Farbe und ihres Glanzes zu Cabochons verarbeitet, vor allem grüne und blaue Varietäten.

  • Sammlerstück: Hochwertige Kristalle und traubige Aggregate sind begehrte Vitrinenmineralien.

  • Industrie: Als Rohstoffquelle für Zink, das in Legierungen, Batterien, Korrosionsschutz und Galvanik unentbehrlich ist.

 

Varietäten & Farben

 

Die Vielfalt der Farben macht Zinkspat besonders attraktiv:

 

  • Apfelgrün: Durch Nickel oder Kupfer

  • Bläulich: Durch Kobalt

  • Rosa: Durch Mangan

  • Gelblich: Durch Eisen

  • Farblos/Weiß: Reines Zinkcarbonat

Eine bekannte Varietät ist der Cadmium-Smithsonit, der durch Cadmiumeinschlüsse eine gelbliche Färbung zeigt.

 

Pflegehinweise

 

  • Empfindlich gegen Säuren: Zinkspat reagiert mit Säuren unter Bildung von Kohlendioxid.

  • Reinigung: Nur mit lauwarmem Wasser und weichem Tuch; keine Chemikalien verwenden.

  • Schutz: Aufgrund der geringen Härte vorsichtig behandeln, nicht mit härteren Steinen zusammen lagern.

 

Besonderheiten & Geschichte

 

  • Früher wurde Zinkspat oft mit Hemimorphit verwechselt – beide galten unter dem Sammelbegriff „Galmei“.

  • Der Begriff „Zinkspat“ war im alten Bergbau weit verbreitet und stand allgemein für Zinkcarbonat-haltige Erze.

  • Erst im 19. Jahrhundert wurde chemisch zwischen Smithsonit (ZnCO₃) und Hemimorphit (Zn₄Si₂O₇(OH)₂·H₂O) unterschieden.