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Eisenkiesel

Eisenkiesel (Quartz-Variante), Fundort: Marokko.
Eisenkiesel (Quartz-Variante), Fundort: Marokko.

Was ist Eisenkiesel?

Eisenkiesel ist keine eigene chemische Verbindung, sondern eine Varietät des Minerals Quarz (SiO₂), die durch eingelagerten Eisenoxide und -hydroxide ihre charakteristische Färbung erhält – meist in rostrot bis braun, seltener auch gelb, olivgrün oder orange Der traditionelle deutsche Begriff „Kiesel“ war einst gebräuchlich für Quarz, weshalb „Eisenkiesel“ wörtlich „Eisenquarz“ bedeutet

 

 

 

Farbe und optische Merkmale

  • Farbton: von rostbraun über rotbraun bis ockergelb, gelegentlich auch olivgrün

  • Färbeursache: Hauptsächlich Hämatit (Fe₂O₃); gelbliche Nuancen entstehen durch Eisenhydroxide

  • Strichfarbe: Weiß mit rötlichem Stich

  • Kristallstruktur: Trigonales System – meist prismatische, säulenförmige Kristalle oder knollige Aggregate, zweiteilig, körnig oder als Krusten

  • Härte & Dichte: Mohshärte von 7 und Dichte etwa 2,63–2,65 g/cm³

  • Glanz und Bruch: Glasglanz bei undurchsichtiger Transparenz; muschelig bis spröder Bruch, unvollkommene Spaltbarkeit

Chemische Zusammensetzung und Synonyme

  • Summenformel: SiO₂, identisch mit klarem Quarz

  • Alternative Bezeichnungen: Järnkisel, Zinopel – im Englischen „Ferruginous Quartz“ oder „Hematite Quartz“, spanisch „Jacinto de Compostela“, französisch „Quartz hématoïde“.

Entstehung und Vorkommen

  • Entstehung: Eisenkiesel bildet sich entweder primär magmatisch oder hydrothermal mit Einlagerung von Eisenmineralien in Quarz – oder sekundär durch authigene Kristallisation in Sedimenten (z. B. Gips, Mergel)

  • Fundorte: Deutschland (z. B. Sauerland, Harz, Odenwald), Österreich, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Spanien, Italien, Frankreich, Brasilien, Madagaskar, Marokko

  • Geologische Besonderheit: Die berühmten „Wilhelmsteine“ in Hessen bestehen aus Eisenkiesel-Verkieselungen, entstanden vor etwa 340 Mio Jahren aus eisenreicher Lösung und Kieselsäure an Untermeerquellen

  • Steinbruch Westenfeld: In Nordrhein-Westfalen wurden Eisenkieselfunde im Kalkstein- & Quarzgang zusammen mit Hämatit und anderen Begleitmineralien dokumentiert

Nutzung und Bedeutung

  • Wirtschaftliche Relevanz: Eisenkiesel ist aufgrund seiner Seltenheit und geringen Eisengehalte nicht wirtschaftlich für den Bergbau

  • Verwendung: Wird gelegentlich als Schmuckstein – z. B. unter Namen wie Hämatitquarz oder Erdbeerquarz – verarbeitet

  • Esoterik und Heilsteinwesen: In der Esoterik gilt Eisenkiesel als kreativitätsfördernend, energetisierend und zielstrebig. Er wird verschiedenen Chakren zugeordnet (Wurzel-, Sakral- etc.), soll Mut, Tatkraft und Durchblutung stärken